Gründungen und Insolvenzen: Wirtschaftliche Erneuerung trifft auf Belastungen
Das erste Halbjahr 2026 zeigt unterschiedliche Seiten des Unternehmensgeschehens: Das IfM Bonn berichtet über gewerbliche Existenzgründungen und Unternehmensschließungen. Die DIHK verweist zugleich auf ein erhöhtes Insolvenzgeschehen. Die Veröffentlichungen beleuchten wirtschaftlichen Wandel, dürfen aber nicht zu einer gemeinsamen statistischen Bilanz verrechnet werden.
Gründungen und Schließungen im IfM-Vergleich
Nach der IfM-Mitteilung vom 10. September standen rund 143.000 gewerblichen Existenzgründungen rund 127.000 Unternehmensschließungen gegenüber. Das Institut bereinigt amtliche Gewerbemeldungen unter anderem um Rechtsformänderungen und Nebenerwerbstätigkeiten. Der verwendete Gründungsbegriff umfasst neben Betriebs- und Kleingewerbegründungen auch Übernahmen durch Erbfolge, Kauf und Pacht. Die Zahl beschreibt deshalb nicht ausschließlich neu eröffnete Betriebe.
DIHK ordnet Insolvenzdruck ein
In ihrer Reaktion vom 11. September spricht die DIHK vom höchsten Insolvenz-Halbjahresniveau seit 13 Jahren. Als Belastungen nennt sie die schwache Binnenkonjunktur, Energie- und Arbeitskosten sowie Bürokratie. Ihre Forderungen nach Reformen und einem verlässlichen wirtschaftspolitischen Kurs sind als Position der Organisation gekennzeichnet, nicht als eigene Ursachenanalyse dieses Beitrags.
Was die Daten für Franchise-Systeme aussagen
Für Franchisegeber liefern beide Quellen einen allgemeinen Hintergrund zur Marktbeobachtung. Franchisenehmer und andere mittelständische Unternehmen erhalten ebenfalls gesamtwirtschaftliche Einordnung, jedoch keine Aussage zur Nachfrage oder wirtschaftlichen Lage eines konkreten Standorts. Eine Unternehmensschließung ist nicht automatisch eine Insolvenz. Ebenso weisen die Beiträge Franchiseunternehmen nicht gesondert aus und belegen weder besondere Krisenfestigkeit noch besondere Gefährdung des Franchisings.
Fazit: Gründungsaktivität und wirtschaftliche Belastungen bestehen nebeneinander. Aussagekräftig bleibt die Gegenüberstellung nur, wenn Begriffe, Datengrundlagen und die Grenzen der Übertragbarkeit getrennt betrachtet werden.
Quellen:
- IfM Bonn, „NRW, Bayern und Baden-Württemberg bei wirtschaftlich bedeutsamen Gewerbegründungen vorn“, veröffentlicht am 10.09.2026:
https://ifm-bonn.org/meta/news/meldung/nrw-bayern-und-baden-wuerttemberg-bei-wirtschaftlich-bedeutsamen-gewerbegruendungen-vorn - DIHK, „Höchstes Halbjahresniveau seit 13 Jahren – Politik muss Vertrauen zurückgewinnen“, veröffentlicht am 11.09.2026:
https://www.dihk.de/de/newsroom/hoechstes-halbjahresniveau-seit-13-jahren-politik-muss-vertrauen-zurueckgewinnen–186420

